Über Anja Beran
Mein einziges Bestreben ist es, in meinem Leben dafür zu sorgen, dass die mir so sehr ans Herz gewachsene Kunst der Reiterei mehr und mehr Verbreitung und Verständnis findet. Ich würde mir wünschen, dass sich viele Reiter für die klassische Reitkunst in ihrem ursprünglichen Sinne ernsthaft begeistern könnten. (Anja Beran)
Anja Beran wurde 1970 als Tochter zweier Unternehmer in der Textilbranche geboren. Dennoch ist sie im Grünen aufgewachsen: Ihr Großvater hatte eine Jagdhütte im Altmühltal, in der es zwar weder Strom noch fließend Wasser gab, die aber dennoch geliebtes Zuhause war. Dafür stand wohl auch, dass der Pferdestall in der Nähe war und Anja Beran als junges Mädchen stundenlang mit Pferd und Hund durch Großvaters Jagdrevier stromern konnte. Nachdem sie dann aber das Deutsche Reit- und Fahrabzeichen in Bronze abgelegt hatte entdeckte sie ihre Leidenschaft fürs Dressurreiten.
Die führte sie dann schon mit 15 Jahren nach Portugal, wo sie bei Reitmeister Luis Valenca ritt. Ein Jahr später traf sie den Mann, der ihr reiterlicher Mentor werden sollte: Manuel Jorge de Oliveira. Der Portugiese, Anhänger des berühmten Nuno Oliveira (und trotz Namensgleichheit nicht mit ihm verwandt), zeichnet sich vor allem auch dadurch aus, dass er ein „kompletter Pferdemann“ ist. Er ist nämlich nicht nur Reiter und Ausbilder, sondern außerdem Züchter. Portugal wurde zur zweiten, reiterlichen Heimat von Anja Beran. Und nicht zu wenig „Portugal Feeling“ bekam sie dann auch bei ihrem Ausbilder in Deutschland. Ab ihrem 16. Lebensjahr ritt sie nämlich bei Marc de Broissia, der zwar in Frankreich seine reiterliche Grundausbildung erhielt, sich aber in Portugal zum Meister der klassischen Dressur vervollkommnete.
Marc de Broissias Stall wurde dann auch Anja Berans erster „Arbeitsplatz“. Sofort nach dem Abitur wurde sie 19jährig Mitglied seines Ausbildungsteams und ritt die nächsten 14 Jahre unter seinen Augen. Das gab ihr nicht nur Gelegenheit, Pferde verschiedenster Rassen und Ausbildungsniveaus zu reiten, sondern auch einige Pferde von der Remonte bis aufs höchste Niveau zu fördern.
Die Tatsache, dass sie eine so lange „Lehrzeit“ mit verschiedenen Pferden und Herausforderungen absolviert hat, sieht Anja Beran heute als eine ihrer großen Stärken. Und darum setzt sie auch im eigenen Stall auf Kontinuität.
Der eigene Stall nun ist Gut Rosenhof im bayerischen Rudratsried. Dort ist Anja Beran seit 2000 zuhause, seit 2002 leitet sie den Rosenhof selbstständig und arbeitet nun mit rund 45 Pferden – die meisten davon Hengste – aus dem In- und Ausland. Und weil Anja Beran in dem, was sie unternimmt, immer gründlich ist, hat sie in den 90ern auch noch ein Fernstudium absolviert und als Diplom-Betriebswirtin (FH) abgeschlossen.
Eine zweite große Stärke der Anja Beran ist ihre Internationalität. Sie reist viel und hat Lehrgänge in Schweden, England, Italien, Dänemark, Österreich, Schweiz, Holland und in den USA gegeben. Daraus resultieren auch internationale Pressekontakte - Fachzeitschriften in Portugal, England, Schweden, Holland und in Russland haben schon über Anja Beran berichtet. Nicht „nebenbei“, sondern mit sehr viel Engagement, aus der praktischen Erfahrung geboren und mit großem Theoriewissen über die Klassiker ihres Faches unterfüttert, hat sie außerdem ihr erstes Buch „Aus Respekt!“ geschrieben, das 2005 publiziert und auf Anhieb ein großer Erfolg wurde. Von der Zeitschrift Bayerns Pferde zum „Pferdebuch des Jahres“ gekürt und sogar in der Süddeutschen Zeitung besprochen, gehört „Aus Respekt!“ schon heute zu den Standardwerken der klassischen Dressur.
Zum Buch gab es dann auch eine Reihe mit vier Filmen auf DVD, die eine erfreulich weite Verbreitung gefunden haben.
Das neueste Herzensanliegen und Projekt der 39jährigen Dressurausbilderin ist nun die neu gegründete Anja Beran Stiftung, die sowohl in der Theorie wie auch der Praxis die Tradition klassischer Reitkunst vertreten und neue Impulse geben will. Für die Praxis steht die Ausbildung begabter Eleven zu Meistern der klassischen Reitkunst. Und natürlich setzt Anja Beran darin auf Nachhaltigkeit und Gründlichkeit.
Für die Theorie werden eine Schriftenreihe und Vorträge stehen, mit denen die Stiftung ihre Botschaft in die Lande tragen wird.


