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Was ist das?

Die Klassische Reitkunst ist die Fähigkeit, das Pferd durch Güte und logisch aufgebaute Übungen, die auf den Naturgesetzen von Gleichgewicht und Harmonie basieren, so auszubilden, dass es sich zufrieden und selbstbewusst dem Willen des Reiters unterwirft, ohne dass sein natürlicher Bewegungsablauf auf irgendeine Art darunter leidet.
("Aus Respekt!" S.11)

Eigentlich ist mit diesem Satz schon vieles gesagt, dennoch soll das Markante unserer Arbeit wie folgt zusammenfasst werden:
Der Ausbilder, der Pferde im klassischen Sinne ausbildet, ist weit entfernt vom Geist primitiven Zwanges. Diese Philosophie verlangt großen Respekt vor der Kreatur. Während im modernen Dressursport die "feste Anlehnung" praktiziert wird, die Verspannungen kaschiert und die Pferde daher oftmals stumpf, schwunglos und ohne Leichtigkeit erscheinen lässt, minimiert der klassische Reiter seine Hilfen sobald das Pferd zu antworten beginnt. Dadurch macht er es aufmerksam, erzielt Schwung und bringt es dazu, sich selbst zu tragen.
Erreicht wir dieses hohe Ziel, durch eine auf das Pferd abgestimmte individuelle Gymnastizierung. Dieser Kernsatz impliziert eine große Sachkenntnis, Erfahrung und Gefühl des Ausbilders.

Sonderdruck: Überlegungen zur Dressur, von Anja Beran.
(pdf-Datei zum Download, 2,1 MB)

Zeittabelle

JahrFrankreichEnglandDeutschlandPortugal, Griechenland
430-354 v. Chr.Xenophon
1530-1610S. de la Broue
1555-1620A. Pluvinel
1592-1676Duke of Newcastle
1687-1751R. de la Gueriniere
1713-1789Marialva
1744-1782D. de Clam
1794-1865L. Seeger
1796-1873F. Baucher
1798-1865E. F. Seidler
1808-1885G. Steinbrecht
1834-1913J. Fillis
1925-1989N. Oliveira

Alte Reitmeister

Nuno Oliveira

Nuno Oliveira ist der meistverehrte klassische Reiter unserer Zeit....er erhielt seine Ausbildung von Mestre Joaquin Gonzales de Miranda, der im Dienst der letzten portugiesischen Königsfamilie stand und die Ideale Marialvas an seine Schüler weitergab...Miranda war es, der Oliveira lehrte, dass die Reiterei eine Kunst ist und dass sie die Sinne des Reiters auch für alle anderen Dinge des Lebens schärfte...für Oliveira war die Reiterei eine ständige Suche nach Schönheit, Geradlinigkeit und Wahrheit.....All sein Wissen und all seine Hoffnungen setzte er in seine Bücher, die heute auch in deutscher Sprache schon teilweise erhältlich sind.....er hatte die Gabe die Sprache der Alten Meister in eine verständliche, moderne Sprache dem Leser nahe zu bringen... bemerkenswert sind seine einfachen und kurzen Redewendungen....Oliveiras Sitz war beeindruckend und ein lebender Beweis dafür, dass es den oft unverständlichen Begriff „Kreuz“ doch gibt....seine Eleganz und Leichtigkeit legendär.....Sein Genie lag vor allem in der Gabe, völlig unausgebildete Pferde in kurzer Zeit versammeln und ins Gleichgewicht bringen zu können...ähnliches vollbrachte er mit dem Beibringen von Piaffe und Passage etc. etc...... er schliesst gewissermassen den Reigen der „workaholic“ Reitmeister...15 Pferde pro Tag zu arbeiten... waren keine Seltenheit......von ihm wurde der Satz: „ Kunst ist kein Wettkampf; Kunst ist Liebe...“ geprägt......Col. Taton, der Altmeister von Saumur, bezeichnetet ihn als einen „.....echten Meister der alten Versailler Schule“.....

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Dom Pedro de Alcantara e Meneses, IV. Marquies von Marialva

Dom Pedro de Alcantara e Meneses, IV. Marquies von Marialva...auch als „Guérinière der Iberischen Halbinsel“ bekannt....d.h. auch er entwickelte eine Methode aus der das Positive der Vergangenheit vereint war....Er setzte sich die Leichtigkeit der Bewegung zum Ziel, die ihre Kraft aus der Hinterhand schöpft...... Sein bleibender Beitrag zur moderen klassischen Reiterei findet sich in einem 10- bändigen Werk mit dem Titel „Luz da Liberal e Nobre Arte de Cavallaria“, das von seinem Meisterschüler Manuel Carlos Andrade in wesentlichen Teilen mitbearbeitet wurde.....Er gilt als derjenige, der feste Regeln für den Stierkampf zu Pferde (Rejoneo) zu Papier brachte, die heute noch Geltung haben....Marialva hatte die Aufsicht über die Königliche Reitschule zu Belem bei Lissabon und über das Gestüt „Real de Altér“, aus der die gleichnamige Gestütszucht Altér Real stammt.....

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Xenophon

Xenophon kann als Begründer der Hippologie, der Lehre vom Pferd und Reiten angesehen werden...er war der erste der das Verhältnis von Mensch und Pferd nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten untersucht hat....Xenophon verlangte schon damals einen tiefen ausbalancierten Sitz.....Zitat: „Ich billige keinen Sitz, der dem eines Mannes auf einem Stuhl gleichkommt“.....

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Gustav Steinbrecht

So wie Pluvinel als „Vater der französischen Reitlehre bezeichnet wird ist Gustav Steinbrecht als der „Vater der deutschen Reitlehre“ anzusehen....ein klassischer Meister der alten deutschen Schule....sein Leitsatz, den Oberst Podhajsky zum Leitmotiv der Spanischen Reitschule in Wien machte : „Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade“ gilt heute noch....sein 1884 erstmalig erschienenes Buch „ Das Gymnasium des Pferdes“ ist zum Standardwerk des klassischen Reiters in Deutschland geworden...Steinbrecht war der der Beste unter den drei „S“ (Seeger, Seidler)....den Einsatz der Sporen sah er nur als einen kurzen! Stich zur akkuraten Ausführung einer bestimmten Bewegung und nicht wie heute so oft zu beobachten, als ständigen Einsatz!.....er hatte ein ungeheures Verständnis für Bewegungsablauf und Zusammenspiel der Muskeln....deutlich wird das in der Äusserung: „Beides, Hergabe des Genicks und Biegsammachen der Hinterhand, geht also Hand in Hand“ oder in der Bemerkung zu Kontergalopp: „....dass wir hierein ein höchst nachdrückliches Mittel besitzen, das Pferd in sich zusammenzuziehen.“ Für Steinbrecht durfte Leichtigkeit niemals zu Lasten von Geradheit oder Schwung gehen.....nicht zu vergessen ist, dass sich Steinbrecht, wie auch Baucher und Fillis mit der Zirkusreiterei beschäftigte......

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E.F.Seidler

E.F.Seidler hat sich, im Gegensatz zu Seeger, sehr fair mit Bauchers Veröffentlichungen auseinandergesetzt und Gleichheiten sowie Ähnlichkeiten zu dem in Deutschland angewandtem Reitsystem herausgearbeitet. Einen großen Teil der Baucherischen Methoden  und Lektionen lehnt Seidler jedoch ab. Als Leiter der Militärschule von Schwedt gab er 1837 den „Leitfaden zur gymnastischen Bearbeitung des Campagne-und Gebrauspferdes“ und 1846 das Buch „Die Dressur diffiziler Pferde“ heraus.....

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Louis Seeger

Louis Seeger’s Leitsatz war: „Vergesst nie, dass die Fortbewegung (das Vorwärts) die Seele der Reitkunst ist und der Impuls dazu von der Hinterhand des Pferdes ausgeht“....Seeger war der Lehrer Steinbrechts....in seinem 1844 erschienenen Buch „System der Reitkunst“ deutetete er an, dass die natürliche Schiefe des Pferdes auf seine im Vergleich zu den Hüften schmäleren Schultern zurückzuführen sei....Oberst Podhajsky, Leiter der Spanischen Reitschule in Wien, stimmte später dieser Theorie zu...Allerdings prägte Seeger auch den Ausspruch, Baucher sei „der Totengräber der französischen Reiterei“...der natürlich nicht haltbar und ein Beispiel für die missverstandene Lehre Bauchers ist......

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James Fillis

James Fillis, ähnlich wie Newcastle war ein fast vergessenes bzw. kaum erkanntes Genie seiner Zeit und ein Nachfolger Bauchers in der Hinsicht als sich Fillis wie Baucher in erster Linie für Schulreiterei und für öffentliche zirzensischeVorführungen interessierte.....ausgebildet wurde Fillis u.a. von einem Schüler Bauchers -Francois Caron -.....Fillis war ein strenger Vertreter der klassischen Prinzipien der Versammlung und Leichtigkeit....Fillis war es, der die von Baucher begonnene Arbeit verbesserte und perfektionierte....kein Autor vor ihm erklärte den Begriff Versammlung (rassembler) so klar......ausserdem bekräftigte er, dass das Treiben und Ruhighalten der Beine genauso sorgfältig wie das Annehmen und Nachgeben der Hände ausgeführt werden müsse (descente de jambes).....In seinen Zirkusvorstellungen ist er mit dem Rückwärtsgaloppieren und dem Galopp auf der Stelle berühmt geworden....aber insbesondere in Deutschland, schadeten diese Übungen dem Image dieses Genies sehr......wie viele seiner Reiterskollegen, war auch Fillis ein „workaholic“....er soll 16-17 Pferde pro Tag geritten haben....1898 wurde er zum Oberst der Kavallerieschule in St. Petersburg ernannt......sein 1890 in Paris erschienenes Buch „Breaking and riding“ war damals wie heute ein angesehenes Nachschlagewerk... auch die Tatsache, dass dieses Buch anonym von Georges Clemenceau, wahrscheinlich in enger Zusammenarbeit mit Fillis geschrieben wurde, tut diesem Werk keinen Abbruch......

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William Cavendish, Duke of Newcastle

William Cavendish, Duke of Newcastle...man kann Ihn heute auch als den am meist unterschätzten Reitlehrmeister bezeichnen, insbesondere in seinem Heimatland ist ihm die Anerkennung, die er verdient hätte, nie zuteil geworden.....oft wurde er unvollständig zitiert und seine Achtung vor dem Pferd völlig ignoriert....ABER Newcastle war ein écuyer, der Gewalt am Pferd ablehnte und die grausamen Nasenriemen der italienischen Schule und Martingal verabscheute. . Guérinière wiederum war es, der die Lehren von Newcastle, aber auch von La Broue in verständlicher Form aufarbeitete.....er schrieb ein grossartiges Buch (Übrigens eines der Wenigen, das heute noch im Original bei entsprechendem „Kleingeld“ zu erhalten ist!) : „A General System of Horsemanship“.......

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Francois Baucher

Francois Baucher war wie Xenophon, Newcastle, Guérinière ein Verfechter des tiefen klassischen Sitzes....der leichten Hand und erkannte die Bedeutung des Nachgebens, der „descente de main“.....er führte die fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung, die Wechsel „à tempo“ ein.....Baucher war es, der schrieb „Der Schritt ist die Mutter aller Gangarten“ und „Das Maul des Pferdes ist der Barometer seines Körpers“.....Bekannt geworden ist er auch durch die Biegungen des Kopfes und des Halses an der Hand, um den Widerstand zu beseitigen, der das Pferd daran hindert, sich zu versammeln (ramener)....mit diesen Übungen ist er auch in Kritik geraden....allerdings deshalb, weil viele Reiterskollegen mit Gewalt versuchten diese Übungen nachzuvollziehen und damit natürlicherweise das Gegenteil erreichten......Bauchers Passagen, Piaffen und Levaden waren exzeptionell.....er stellte in vielerlei Hinsicht eine Verbindung zwischen der klassischen Reiterei und zirzensischer Unterhaltung her....Baucher schrieb 1833 sein erstes Buch „Dictionnaire raisonné d`equitation“ und 1842 sein zweites „Methode d`equitation basée sur de nouveaux principes“....leider konnte er seine Gedanken nicht gut formulieren und so gelang es ihm nicht, seinen einzigartigen Erfahrungsschatz seinen Lesern zu vermitteln...die Folge dessen war leider oft Mißinterpretation seiner Werke.....

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D. de Clam

Dupaty de Clam.....sollten Sie diesen Namen nie gehört haben, ist das sicherlich mehr als verzeihlich....in seinem Hauptwerk „Theorie und Praktik der höheren Reitkunst“ führt er letztendlich die Guérinières Schrift weiter, d.h. sie wird wissenschaftlich vertieft aber auch deutlich praktischer erklärt......ja... Sie haben richtig erkannt!... im Prinzip ist dieses Werk eine Steigerung der Guérinièreschen Aussage....

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R. de la Gueriniere

Guérinière und Schulterherein am Hufschlag...das ist wohl vielen bekannt... Das Studium seiner Lehren lässt den Schluss zu, dass er das Schulterherein auf vier Hufschlägen ausgeführt hat.... Von der Fédération Equestre International (F.E.I.) wurde nicht der Hufschlag, sondern ein Winkel von ca. 30° festgelegt.....Der Großteil der Dressurreiter interpretiert die modernen Regeln jedoch als Übung auf drei Hufschlägen.... Übrigens war es Guérinière, der als erster anerkannte, dass es der englische Duke of Newcastle war, der das Schulterherein auf dem Zirkel erfunden hatte....und... Guérinière definierte klar die Bedeutung des äusseren Zügels..... Guérinière war es auch, der die Definitionen der Lektionen Pesade, Piaffe und Passage festlegte...die heute noch in dieser Form in der Spanischen Reitschule in Wien gelten.. Ist der Unterschied des Schulterhereins auf vier oder drei Hufschlägen wirklich so wichtig...? und vieles mehr zu diesen Themen, können Sie gern in der Reitanlage von Anja Beran erfahren und erlernen!

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Antoine Pluvinel

Im Gegensatz zu de la Broue erging es Antoine Pluvinel hinsichtlich sozialer Lebensumstände besser.....wie de la Broue war auch Pluvinel ein Verfechter der humanen Pferdeausbildung......er wird auch als Erfinder der Pilaren betrachtet, die er als Hilfsmittel ansah, um Temperament, Bewegung ohne Reitergewicht beurteilen zu können und um nicht nur das Genick sondern auch die Hinterhand geschmeidig zu machen....Sein bedeutendes, nach seinem Tode, 1625 in Paris erschienenes Buch „L´Instruction du roy en l´exercise de monter a cheval“ – Ein Dialog zwischen ihm und seinem königlichen Schüler - verhalf ihm zu dem Titel „Vater der französischen Reiterei“......

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S. de la Broue

Salomon de la Broue….auch eher ein fast vergessener grosser französischer écuyer.....sein grosses Ziel war es die Leichtigkeit in der Schulreiterei zu erhalten...Zitat: „Die Leichtigkeit im Maul geht der Leichtigkeit des ganzen Pferdes voraus“.....er schrieb 1593 das erste wichtige französische Buch über die Reiterei „Le Cavalerice Francois“......er führte das Nachgeben im Genick und Unterkiefer ein.....er war gegen den zu starken Gebrauch von Sporen....aber wie viele der écuyer seiner Zeit war er von der Grosszügigkeit seines königlichen Gönners abhängig....leider hatte er diesbezüglich wenig Glück und verstarb in völliger Armut......

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