Vom 20. bis 22. Februar 2026 lud der Pferdesportverband Pfalz e.V. zur 6. Pfälzer Ausbildungstagung auf Burg Altleiningen ein, organisiert von Brigitte Seidler mit ihrem kompetenten Team. Unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ kamen Ausbilder, Reiter und Pferdemenschen aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam über die Zukunft einer verantwortungsvollen Pferdeausbildung nachzudenken. Die historische Kulisse der Burg bot dabei nicht nur einen besonderen Rahmen, sondern auch viel Raum für Gespräche, Diskussionen und neue Impulse.
Zu den Referenten der diesjährigen Burgtagung gehörte auch Anja Beran, die mit mehreren Programmpunkten vertreten war und auf großes Interesse bei den Teilnehmern stieß.
Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion gemeinsam mit Uta Gräf und Martin Plewa unter dem Titel „Der Weg ist das Ziel – welcher führt in die Zukunft des Turniersports?“. In einem lebendigen Austausch diskutierten die drei Experten über aktuelle Entwicklungen im Pferdesport und darüber, welche Rolle eine fundierte, pferdegerechte Ausbildung für die Zukunft des Turniersports spielt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Tradition, Wissen und Verantwortung miteinander verbunden werden können, um sowohl Pferden als auch Reitern langfristig gerecht zu werden.
In ihrem Vortrag widmete sich Anja Beran einem Thema, das vielen Ausbildern und Reitern aus der täglichen Praxis vertraut ist: „Konsequent von hinten nach vorn – der Hals formt sich zuletzt“. Die bekannte These wird häufig zitiert, doch in der Realität sieht man immer wieder das Ziehen an den Zügeln, nur um den Kopf des Pferdes in eine bestimmte Position zu bringen. Anja Beran zeigte eindrücklich, warum dieser Ansatz nicht zum Ziel führt und weshalb eine korrekte Ausbildung immer vom Hinterbein ausgehen muss. Wird das Pferd systematisch von hinten nach vorn gearbeitet, entwickeln sich Aufrichtung, Balance und schließlich auch die Form des Halses ganz natürlich – jedoch erst als Ergebnis einer korrekten Gymnastizierung, nicht als deren Ausgangspunkt.
Ein besonderes Highlight war zudem eine Praxiseinheit, bei der Uta Gräf im Sattel, kommentiert von Anja Beran, Pferde unter dem Motto „Nachhaltige Ausbildung des Dressurpferdes“ präsentiert wurden. Es wurde deutlich, wie wichtig Geduld, systematisches Training und ein tiefes Verständnis für die Biomechanik des Pferdes sind. Die Einheit bot den Teilnehmern die seltene Gelegenheit, zwei erfahrene Ausbilderinnen im direkten und ausgesprochen unterhaltsamen Austausch zu erleben und praktische Einblicke in ihre Arbeit zu erhalten.
Die Burgtagung verfolgt ein klares Ziel: Ausbildern eine Plattform zu bieten, auf der sie sich fachlich austauschen, Fragen stellen und neue Perspektiven gewinnen können. Mit rund 110 Mitgliedsvereinen spielt der Pferdesportverband Pfalz eine wichtige Rolle in der Qualitätssicherung der Ausbildung – denn die Ausbilder prägen maßgeblich das Niveau der Vereine und damit auch das Wohl der Pferde. Entsprechend steht das Konzept der Veranstaltung unter der Leitidee „Gemeinsam von den Besten lernen“. Seminare, Vorträge und Workshops von jeweils 60 bis 90 Minuten geben fachliche Impulse, während informelle Begegnungsräume auf der Burg bewusst Raum für Gespräche und vertiefende Diskussionen schaffen.
So bleibt die Burgtagung in Altleiningen nicht nur als hochkarätige Fortbildungsveranstaltung in Erinnerung, sondern vor allem als Ort des offenen Austauschs und der gemeinsamen Leidenschaft für eine verantwortungsvolle Pferdeausbildung – ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: Der Weg ist das Ziel.


